König Ludwig II


König Ludwig II von Bayern

Geboren wurde Ludwig II am 25. August 1845 in München im Schloss Nymphenburg. Er war der erste Sohn von Kronprinz Maximilian und Marie Friederike. Sein vollständiger Taufname lautet Otto Friedrich Wilhelm Ludwig, doch auf drängen seines Großvaters, welcher ebenfalls Ludwig hieß, wurde er nur Ludwig genannt. Sein Großvater war ebenfalls am 25. August geboren worden, im Jahre 1786, was, zusammen mit dem gleichen Namen, von Beginn an eine enge Verbundenheit zwischen den beiden zur Folge hatte. Im Jahre 1848 bekam Ludwig einen kleinen Bruder mit dem Namen Otto. Beide verbrachten ihre Kindheit und ihre Jugend hauptsächlich im Schloss Hohenschwarngau, meistens betreut von Erziehern. Als 1848 König Ludwig I, der Großvater von Ludwig II, abdankte, wurde Ludwigs Vater, Maximilian, König von Bayern und Ludwig II wurde zum Kronprinzen.

Am 10.03.1864 verstarb König Maximilian, der Vater von Ludwig II, so dass dieser noch am selben Tag mit gerade einmal 18 Jahren zum König von Bayern proklamiert wurde. Am nächsten Tag leistete er im Sitzungssaal des Staatsratszimmers seinen Eid auf die bayerische Verfassung und bei der Trauerfeier für seinen Vater am 14.04.1864 bekam die Öffentlichkeit den neuen König das erste Mal zu Gesicht.

Bereits von Beginn an engagierte sich König Ludwig II ganz besonders für die Förderung der Kultur. Bereits 1861 hatte er das erste Mal die Richard Wagner Opern Tannhäuser und Lohegrin gehört und es wird vermutet, dass auch seine Faszination für die Sagen- und Märchenwelt daraus mit entstanden ist. Der Förderung des Komponisten Richard Wagner widmete er sich auch ganz besonders und am 04.05.1864 traf er ihn sogar das erste Mal persönlich. Jedoch war nur König Ludwig II von Richard Wagner derart angetan und so musste er sich Ende 1865 dem Druck der Bürger und seiner Familie beugen und Richard Wagner auffordern, Bayern zu verlassen. Dennoch bestand die Freundschaft zwischen den beiden weiter fort und König Ludwig II finanzierte auch weiterhin die Werke des Komponisten. Später ließ er sich sogar ganze Wagner Opern aufführen, mit ihm als einzigen Gast.

König Ludwig II war von Haus aus eher romantisch veranlagt und lebte bereits früh in seiner eigenen Märchenwelt. Am 11.05.1866 unterschrieb er zwar den Mobilmachungsbefehl, womit Bayern zusammen mit dem Deutschen Bund und damit zusammen mit Österreich in den Österreichisch – Preußischen Krieg zog, doch damit hatte König Ludwig II seiner Meinung nach bereits alles nötige getan und zog sich in die Schweiz zurück, um sich mit Richard Wagner zu treffen. Der Krieg wurde dann auch verloren. Von da an zog er sich auf seine Schlösser zurück und ließ die Regierungsgeschäfte von Gesandten führen.

Das Privatleben von König Ludwig II ist durch einige Skandale gezeichnet. Verheiratet war König Ludwig II nie, jedoch verlobte er sich seiner Zeit kurz entschlossen am 22.01.1867 mit Sophie in Bayern, der jüngeren Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Doch auch diese Beziehung war eher eine Phantasievorstellung oder ein Theaterspiel. Seine Verlobte wurde von König Ludwig II immer nur als Elsa angesprochen seine Briefe an sie unterzeichnete er mit Heinrich. Auch diese Lebe war ganz wie der König selbst gestrickt, schwärmerisch und weltentrückt. Zwar betrieb der Hof die Hochzeitsvorbereitungen mit großem Eifer, doch Ludwig verschob die Hochzeit immer wieder, bis er die Verlobung letzten Endes am 07.10.1867 auflöste. Daraufhin ging ein Entsetzensschrei durch das ganze Land. Keiner konnte sein Verhalten verstehen und die Familie von Sophie und sogar der Kaiser selbst waren aufs tiefste empört von einem derartig unsittlichen verhalten des Königs. Nur Sophie selbst war von dieser Entscheidung recht angetan, denn sie hatte sich inzwischen in den Kaufmann Edgar Hanfstaengel verliebt.

Nach Sophie zeigte König Ludwig II kein Interesse mehr am anderen Geschlecht und heute wird auf Grund von Äußerungen in Briefen, seines weiteren Lebenslaufes und seiner tagebucheinträge vermutet, dass Ludwig eigentlich homosexuell gewesen sei. Aus seinem Tagebuch lässt sich auch entnehmen, dass König Ludwig unter seiner Homosexualität sehr gelitten hat und er deswegen mit schweren Gewissensbissen zu kämpfen hatte. Ebenso lässt sich aus seinen Einträgen in sein Tagebuch entnehmen, dass seine Versuche, sein Begehren zurück zu drängen, oft gescheitert sind. Es wird sogar vermutet, dass der König zum Ausleben seiner Neigungen untergebene Reitsoldaten sexuell missbrauchte. Doch bewiesen ist die Homosexualität von König Ludwig II bis heute nicht.

In seinen letzten Jahren zog sich König Ludwig II immer mehr von der Öffentlichkeit zurück. Gleichzeitig gab er sich auch immer mehr dem Alkoholgenuss hin und so wurden von ihm unzählige Flaschen Champagner und Cognac gelehrt. Der über 1,90 Meter große und einst sehr hübsche König wurde immer aufgeschwemmter, aufgedunsener und unansehnlicher. Er wurde immer exzentrischer, neigte zu Wutausbrüchen und behandelte seine Dienerschaft überaus demütigend. Sogar enge Freunde vertrieb er durch tätliche Angriffe in Momenten des völligen Kontrollverlustes. Er schloss sich immer mehr auf Neuschwanstein ein und sein letzter halb öffentlicher Auftritt war seine Fahrt zur Generalprobe der Bayreuther Festspiele im Jahre 1876. Ludwig machte die Nacht immer öfter zum Tag, was ihm auch den Namen Mondkönig einbrachte. Immer wieder verlangte der König nach Umgang mit „normalen Menschen“, doch ebenso häufig konnte es passieren, dass er seine Meinung plötzlich änderte und diese dann verprügelte.

Durch seine Exzesse stieg sein Schuldenberg immer weiter an und der König zog sich immer mehr in die Einsamkeit zurück. Oft mussten ihn seine Minister in irgendwelchen abgelegenen Berghütten suchen, wenn sie dringend eine Unterschrift von ihm benötigten. Als ihm dann eine Bürgschaft für einen Kredit verweigert wurde, wandte sich der König an Bismarck um Rat. Dieser empfahl ihm, die Summe beim Landtag zu beantragen, was er denn auch tat. Doch dies nahmen seine Minister zum Anlass, seine Entmündigung zu beantragen. Zwar gab es einige Angebote von privaten Bankiers, welche dem König gerne helfen wollten, doch diese erreichten den König nie.

Am 08.06.1886 war es dann so weit. König Ludwig II wurde ohne persönliche Untersuchung von diversen Ärzten als unheilbar seelengestört erklärt und am nächsten Tag wurde er als unmündig erklärt. Am 10.06.1886 übernahm König Ludwigs Onkel Luitpold als Prinzregent die Regierungsverantwortung. Zwar startete Ludwig II noch einen Aufruf an sein Volk, in zu unterstützen und nur ihn als König zu akzeptieren, doch er zeigte sich auch weiter nicht in der Öffentlichkeit und verhielt sich auch sonst völlig passiv, so dass seine Gegner ein leichtes Spiel mit ihm hatten.

Am 12.06.1886 wurde Ludwig II nach Schloss Berg gebracht, wo er am Abend des nächsten Tages zusammen mit Professor Bernhard von Gudden einen Spaziergang unternahm, von welchem er nicht wieder zurückkam. Er verstarb an diesem Abend zusammen mit seinem Begleiter im seichten Uferwasser des Starnberger Sees. Die offizielle Version dieses Unglücks lautete, der Arzt hätte Ludwig II an einem Selbstmord hindern wollen, wobei er selbst zu Tode gekommen wäre. Doch diese Version wurde schnell angezweifelt. Bis heute konnten die genaue Todesursache König Ludwig II nicht geklärt werden. Doch die Vermutungen sind zahlreich und gehen bis hin zu einem Fluchtversuch und der darauf folgenden Erschießung des Königs. Beerdigt wurde der König am 19.06.1886 in der Gruft der Michaelskirche in München. Einzig sein Herz wurde bereits am 16.06.1886 in einer Urne in die Altöttinger Gnadenkapelle verbracht.

Besonders bekannt ist der König durch seine Märchenschlösser geworden. Bereits 1868 entwarf Ludwig II in einen Brief an seinen guten Freund Richard Wagner seine Vorstellungen für eine neue Burg Hohenschwarngau, welches heute Neuschwanstein ist. Am 05.09.1869 wurde der Grundstein gelegt und 1884 es fertig gestellt, woraufhin es zum beliebtesten Aufenthaltsort des Königs wurde. Nur ein Jahr nach der ersten Idee für Neuschwanstein ließ sich König Ludwig II ein alpines Holzhaus, das Königshaus am Schachen bauen. Dieses Haus ist für die Verhältnisse des Königs sehr schlicht gehalten und Ludwig zog sich hier oft an seinen Geburtstagen zurück. Schloss Linderhof wurde zwischen 1874 und 1878 erbaut. Es ist zwar das kleinste der Schlösser von König Ludwig II, doch dafür ist es als einziges voll ausgebaut und wurde am längsten vom König bewohnt. Zuletzt folgte dann das Schloss Herrenchiemsee. 1873 kaufte der König die Insel im Chiemsee und 1878 begannen die Bauarbeiten für das Schloss nach dem Vorbild von Versailles. Der Beendigungen dieses Schlosses ist der Tod des Königs voraus gekommen.