Das Salz im Chiemgau
Das Salz und seine Geschichte
Zwischen Salzburg und Rosenheim gibt es große Salzvorkommen und somit spielte hier die Gewinnung des Salzes schon lange Zeit eine große Rolle und hat sowohl die Gegend als auch das Arbeitsvorkommen stark geprägt. Noch heute ist diese Gegend für ihr Salz bekannt, sowohl für das Salz selbst als auch für die Bergwerke und Salinen, welche zum Teil der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden und heute große Besuchermassen anziehen.
Die Saline Reichenhall zum Beispiel ist in dieser Gegend die älteste Saline. Bereits 1800 vor Christus waren diese unter dem Gruttenstein fließenden Solequellen bekannt. Später wurden diese durch die Römer genutzt. Die später, Mitte des dritten Jahrhunderts, hier entstandenen Sidlungen wurden sogar nach dem Salzvorkommen „salinae“ genannt.
Wichtig für die Salzgewinnung war Holz, welches aus den nahen Wäldern gewonnen wurde. Ein ganzer Berufsstand entwickelte sich so und war damit beschäftigt, oft unter lebensbedrohlichen Bedingungen, die Salinen mit Holz zu versorgen. Die Saline in Reichenhall wurde mit Holz aus dem St. Petrischen Wäldern versorgt. Sowohl die Holzbezugsrechte, als auch die Salzquellen und die Sudhäuser wurden in den nächsten Jahrhunderten immer wieder zwischen Erzbischöfen, Bischöfen und Herzögen hin und her geschenkt, bis im 13ten Jahrhundert dann alle Sudrechte in bayerischem Besitz waren.
Erst in der Salinenkonvention im Jahre 1829 wurden die Holzbezugsrechte zwischen Bayern und Österreich endgültig geregelt. Im Jahre 1834 verbrennt bei einem großen Stadtbrand beinahe alles, unter anderem auch die Saline, woraufhin König Ludwig I die aufwendige Neuerrichtung der alten Saline anordnete.
Nach wie vor wurden die Salinen mit Holz beheizt, doch bereits um 1600 waren die meisten Wälder in der Gegend abgeholzt. Daher wurde von 1617 bis 1619 eine Leitung erbaut, welche bis nach Traunstein reichte und in welcher die Sole von Reichenhall transportiert werden konnte. Diese Pipeline galt im 17ten Jahrhundert als Weltwunder. Die Strecke war 31 Kilometer lang und musste 238 Höhenmeter überwinden. 8500 Holzrohre wurden dafür verwendet. Im Jahre 1810 wurde diese Soleleitung bis nach Rosenheim verlängert. Erst mit Anschluss an die Bahnstrecke 1866 konnte dem Holzmangel abgeholfen werden, da ab diesem Zeitpunkt mit der Bahn Kohle antransportiert werden konnte, welche das Holz ersetzte. Die Saline in Reichenhall wird 1928 geschlossen, die Saline in Rosenheim bleibt bis 1960 in Betrieb.
Dafür wird im Jahre 1926 der Betrieb in der neuen Saline in Bad Reichenhall aufgenommen. Hier wird die Sole aus dem Salzbergwerk Berchtesgaden verarbeitet.
Das Salzbergwerk Berchtesgaden wurde bereits 1517 in Betrieb genommen. Bereits die Könige von Bayern entdeckten zu ihrer Zeit, dass das Salzbergwerk einen Besuch wert ist und verbrachten hier so manch fröhliche Stunde mit ihren Gästen beim Fahren und Rutschen. Daraus entwickelte sich die heutige Weltattraktion, zu der das Salzbergwerg inzwischen geworden ist. 1840 hatte das Bergwerk zwischen 150 und 200 Besucher in der Saison, inzwischen ist diese Zahl auf über 400000 angestiegen.
Der Transport des fertigen Salzes war nicht immer ganz einfach, da die Infrastruktur seiner Zeit noch nicht vorhanden war. Daher wurde das Salz hauptsächlich auf den Flüssen Salzach und Inn verschifft. Es wurde in kegelförmige Holzbehälter gepresst und auf Schiffe verladen. Diese Beförderung war nicht ganz einfach und eine harte Arbeit, bei der auch immer wieder Arbeiter ums Leben kamen. Die Folge der Verschiffung des Salzes auf den Flüssen war, dass die Städte, welche an diesen Flüssen lagen, zunehmend an Bedeutung und Ansehen gewannen und damit auch sehr wohlhabend wurden.
Das weiße Gold, wie das Salz auch genannt wird, hat sich auch in vielen der Städtenamen verewigt. Als Salz selbst oder auch als Hall = Salz. So findet man es in Salzburg ebenso, wie in Bad Reichenhall, welches ursprünglich von Reich an Hall kommt, oder auch in Hallein oder Hallstett und in Salzach.