Rosenheim

Rosenheim

Nicht weit vom Chiemsee entfernt liegt die Stadt Rosenheim. Mit ihren etwa 61.000 Einwohnern ist sie heute die drittgrößte Stadt Oberbayerns. Woher der Name Rosenheim ursprünglich kommt, ist heute nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen, es gibt jedoch die unterschiedlichsten Ansätze. Einige vertreten die Meinung, dass es in Rosenheim besonders viele schöne Mädchen gegeben hätte, welche früher auch als Rosen bezeichnet wurden. Andere meinen, es hätte ursprünglich Rossenheim geheißen und Rosenheim würde somit seinen Namen von den Rössern haben, für welche in Rosenheim seiner Zeit große Stallungen standen. Wieder andere sind der Auffassung, der Name würde von Roas, Roze oder Ried abgeleitet, was ein Sumpf- oder auch Torfgebiet bezeichnet. Doch wo auch immer der Name letzten Endes tatsächlich herkommt ist heute nicht mehr zu ergründen.

Entstanden ist Rosenheim im 13ten Jahrhundert, etwa zur gleichen Zeit, in der die Burg zum ersten Mal erwähnt wurde, was 1234 war. In seinen Ursprüngen war Rosenheim eine Ansiedlung von Schiffsleuten. Doch obwohl sie Schiffsleute waren, konnten sie ihre Behausungen nicht direkt am Ufer des Inns bauen, da der Boden dort auf Grund von Sumpflandschaften unbebaubar war. Das ist auch der Grund, warum das heutige Zentrum nicht direkt am Flussufer liegt, sondern etwas im Landesinneren. Durch die Nahe Lage zum Inn gewann der kleine Ort schnell an Bedeutung, da hier alle auf dem Inn transportierten Güter umgeschlagen werden konnten. Bereits 1328 erhielt Rosenheim das Marktrecht.

Bis zum Jahre 1600 hatte sich Rosenheim zu einem der größten und bedeutendsten Märkte Bayerns entwickelt und die Schiffsmeister brachten es hier zu teilweise großem Reichtum. Allerdings folgte auf diesen großen Aufschwung prompt im laufe des 17ten Jahrhunderts der Abschwung. Denn nun nahmen die Transporte auf dem Inn zunehmend ab, dazu kam der dreißigjährige Krieg und zu allem Überfluss auch noch eine Pestepidemie und ein Marktbrand. Durch all diese widrigen Umstände geschwächt konnte sich Rosenheim erst wieder im 18ten Jahrhundert aufrappeln und zu einem wirtschaftlichen Zentrum im südostbayerischen Raum werden. 1810 wurde in Rosenheim eine Saline errichtet, was Rosenheim zu einem Zentrum der bayerischen Salzproduktion machte. Dazu kam, dass Rosenheim bereits 1858 an die Eisenbahn angeschlossen wurde. Durch den darauf folgenden Aufschwung wurde in Rosenheim viel gebaut und so prägt noch heute der Stil des ausgehenden 19ten und beginnenden 20sten Jahrhundert mit seinen Jugendstileinflüssen das Stadtbild.

Da in Rosenheim schon immer viel Juden ansässig waren, kam es nach 1900 immer wieder zu Zusammenstößen, welche 1920 besonders eskalierten. Jedoch waren nicht alle Rosenheimer gegen die Juden eingenommen und als nach der Machtergreifung der NSDAP zum Boykott der jüdischen Geschäfte aufgerufen wurde, hörte zunächst der Großteil der Rosenheimer Bevölkerung nicht darauf. Dennoch gaben bis 1938 bis auf zwei Juden alle ihre Geschäfte auf und die letzten beiden wurden von der SA mit Gewalt zerstört.

Im zweiten Weltkrieg wurde auch Rosenheim von Bomben heimgesucht. Besonders Bahnhof und Gleise waren Ziel der Bombenanschläge und neben vielen Toten und Verwundeten musste Rosenheim auch den Verlust zahlreicher Häuser und Gebäude bedauern. Doch Rosenheim war nach Kriegsende nicht untätig, baute alles Zerstörte wieder auf und entwickelte sich weiter. Bis heute hat Rosenheim zusehends an Ansehen gewonnen, und das nicht nur durch die Gründung der Fachhochschule 1971, der Eröffnung der Stadthalle 1982 oder der Errichtung der Fußgängerzone 1984. Im Jahr 2010 wird sogar die Landesgartenschau in Rosenheim stattfinden.

Besonders stolz ist Rosenheim auf seine Kultur und seine Sehenswürdigkeiten. So stehen hier Museen wie das Inn-Museum, das Holztechnische Museum, die städtische Galerie, das Solepumpenhaus und das Klepper Museum für die Besucher bereit, so wie der weithin bekannt Lokschuppen, in welchem jährlich wechselnde Ausstellungen Station machen. Neben den Museen kann Rosenheim auch zahlreiche sehenswerte Bauwerke aufzuweisen. Das bis heute erhaltene Markttor Mittertor kann besichtigt werden, ebenso wie die Gründerzeitfassaden entlang des Glitzerblocks oder die Quest-Kunstmühle und das Rosenheimer Ballhaus, welches heute wieder als Veranstaltungsraum genutzt wird. Zudem sind natürlich auch in Rosenheim diverse Parks, Plätze und Kirchen zu bewundern.

Das Nachtleben wird ebenfalls ganz groß geschrieben in Rosenheim. Zahlreiche Restaurants, Kneipen, Bars und Diskotheken laden vor allem am Wochenende die jungen Leute zum feiern ein. Besonders auf Grund der in Rosenheim ansässigen Fachhochschule wird dieses Angebot auch fleißig genutzt und auch die jungen Leute aus der Umgebung fahren gerne für einen schönen Abend in das nahe Rosenheim.