Die Küche im Chiemgau
Die bodenständige Bayerische Küche hat eine lange Tradition und wurde früher unter anderem von den benachbarten Franken, Schwaben aber auch Österreich und Frankreich beeinflusst. Da früher schwere körperliche Arbeiten zu verrichten waren, mussten die Gerichte reichhaltig und ausgewogen zubereitet werden. Dadurch entstand diese für Bayerns Küchen charakteristische Vielfalt.
Unzählige Fleisch- und Bratengerichte sowie verschiedenste Knödelgerichte und schmackhafte Mehlspeisen zählen zu den Gaumenfreuden unserer ländlichen Region in der man glücklicherweise immer noch Zeit findet zu kochen und somit diese Vielfalt nach wie vor vergrößert wird.
Die Küche wurde schon damals von den bayerischen Herzögen weiterentwickelt
um diese verfeinerten Gerichte nun auch zu Hofe servieren zu können.
Nach einiger Zeit waren diese Rezepte auch in bürgerlichen Häusern, vor allem in Städten, zu finden. Kochbücher aus dem 18. und 19. Jahrhundert schenkten schon damals ihre Aufmerksamkeit der ländlich-deftige Hausmannskost, Mehl- und Milchspeisen sowie Knödel, welche zusammen mit den Nudeln eigentlich als Fastenspeise galten. Für die einfache Landbevölkerung war Fleisch meist nur an Sonntagen oder zu hohen Feiertagen wie z.B. Ostern, Pfingsten, Kirchweih oder Weihnachten, bezahlbar.
Darum war die in Bayern mittlerweile als „die schönste Zeit des Tages“ bekannte Brotzeit eine willkommenen Zwischenmahlzeit zwischen dem meist sehr früh am Tag eingenommene Frühstück und dem Mittagessen um die benötigte Energie für die oftmals sehr harte Arbeit auf bringen zu können. Auch heute noch ist die Brotzeit fester Bestandteil der Bayerischen Essgewohnheit, genau wie die typisch Bayerischen Gerichte wie z.B. die Weißwurst, Schweinebraten mit Semmelknödel, Rehragout, Schweinewürste mit Sauerkraut, Pichelsteiner Eintopf, Saures Lüngerl, Kartoffelgulasch, Leberkäse, Käsespätzle, Dampfnudel, Zwetschgenbavesen, Griesschnitten und vieles mehr.
Selbstverständlich durfte früher wie heute das Bier keinesfalls fehlen.
Bayern ist seit jeher für seine Braukunst und seine hochwertigen Biere bekannt.
Gebraut wurde früher in Bayern meist nur für den eigenen Hausgebrauch und bei weitem nicht so rein wie es das bekannte Bayerische Reinheitsgebot von 1516 verlangte. Um das damalige Bier „trinklich“ zu machen wurden so manch Zutaten verwendet, welche heutzutage unvorstellbar sind. Darunter waren zum Beispiel Wurzeln und Kräuter wie Rosmarien, Honig, Eichenrinde und sogar Ochsengalle.
Heutzutage bestehen unsere Biere selbstverständlich nur aus Hopfen, Hefe, Malz und Wasser, für untergärige Biere Gerstenmalz und für obergärige Biere Weizen-, Roggen und Dinkelmalz.
Der Chiemgau ist dank seiner langen und umfangreichen Kulturgeschichte genau der Richtige Ort für Kulinarische Schmankerl. Unzählige Gasthäuser, Biergärten und traditionsreiche Wirtshäuser und selbstverständlich auch erstklassige Sternerestaurants laden Sie herzlich auf diese genussvolle Reise durch die Bayerische Küchenvielfalt ein.
Unsere besondere Empfehlung gilt dem Restaurant „Goldener Pflug“ welches zu dem 4-Sterne Hotel auf Gut Ising gehört.Die abwechslungsreichen traditionellen Schmankerl und die internationalen Gerichte aus der erstklassigen Gutshofküche zusammen mit ausgewählten Weinen und dem eindrucksvollen Ambiente der einzelnen Gaststuben versprechen Ihnen einen unvergesslichen
Aufenthalt auf Gut Ising.
Lassen Sie sich überraschen und überzeugen!
Der Goldene Pflug hat täglich von 12:00 – 22:00 für Sie geöffnet
Tel. 0049 (0)8667 79 – 172
goldener-pflug@gut-ising.de
Ganz besonders wollen wir Ihnen außerdem noch den Mesnerwirt in St. Johann, nahe Siegsdorf ans Herz legen. Das urbayerische Wirtshaus ist eines der ältesten im gesamten Chiemgau und wird seit nun mehr als 40 Jahren von der Wirtin Wally Mader bewirtschaftet. Die kleine Gaststube wird von einem gemütlichen Kachelofen gewärmt und hat Platz für ca. 35 Gäste. Auf dem Holzofen werden ganz wie früher erstklassige bayerische Gerichte zubereitet. Wallis Bratkartoffeln sollen angeblich sogar die besten der Welt sein. Bringen Sie etwas Zeit mit und lassen Sie sich von der gemütlichen Atmosphäre, der Gastfreundlichkeit und vor allem dem ausgezeichnetem Essen beeindrucken.
Um Ihre Vorfreude auch die kulinarische Enddeckungsreiche im Chiemgau noch mehr zu steigern haben wir einige alte Bauernrezepte aus der Umgebung z für Sie zusammengestellt und wünschen viel Spaß beim Kochen. Besonders gut gelingen diese Rezepte mit hochwertigen Produkten, viel Zeit und praktischen Küchengeräten. Küchengeräte Miele.
Schweinebraten
Zutaten:
ca. 1 kg Schweinefleisch 
Salz
Pfeffer
Kümmel
Beifuß
Knoblauch zerdrückt nach Belieben
1-2 Zwiebeln geviertelt
1 Karotte halbiert
1 Stück Knollensellrerie
1-2 TL Stärkemehl mit etwas Wasser angerührt
Weitere Zutaten wie z.B. Schweineknochen kleingehackt (verfeinern das Aroma und ergiebt mehr Soße) Bier zum Aufgießen oder Kartoffeln ganz nach Geschmack
Bevor Sie mit dem Zubereiten des Fleisches beginnen, heizen Sie den Ofen auf 220C° vor.
Anschließend reiben Sie das Fleisch mit den Gewürzen gut ein und legen es anschließend mit der Fett- oder Schwartenseite nach unten in den Bräter.
Nun legen Sie das Gemüse dazu und gießen mit etwas heißem Wasser auf.
Nun wird das Fleisch ca. eine halbe Stunde vorgegart. Nun lässt sich die Schwarte leichter in Rauten einschneiden falls dies nicht schon bereits vom Metzer Ihres Vertrauens gemacht wurde. Zwischen die Rauten können jetzt beispielsweise noch Knoblauchstückchen oder andere Gewürze gegeben werden. Die Ofentemperatur wird nun auf 180°C reduziert und das Fleisch gart mit der Schwartenseite nach oben weitere 1,5 Stunden. Flüssigkeit wird nun erst wieder dazu gegeben wenn das Wasser verdampft ist und der Bratensatz bräunt.
Das Fleisch wird jedoch während der Garzeit mehrmals mit der Bratensoße übergossen.
Gegen Ende der Garzeit können Sie die Temperatur noch einmal etwas erhöhen oder den Grill einschalten. So bekommt der Schweinebraten eine besonders schöne Kruste.
Der Bratenfond wird nun in den Saucentopf abgesiebt. Die Bratrückstände löst man am besten mit etwas heißem Wasser oder der Soße und kocht diese anschließend in die Sauce mit ein.
Anschließend können Sie anrichten und servieren.
Guten Appetit
Rehragout – Weitmannsheil
ca. 700g Rehfleisch
1 Zwiebel
2-3 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
Wildgewürz
Nelkenpulver
5-6 Wacholderbeeren
1 Lorbeerblatt
Ca ¼ halbtrockener Rotwein
1 EL Preiselbeerkonfitüre
1 EL Weinessig
Wasser nach Bedarf
Sahne zum Verfeinern nach Geschmack
Dunklen Soßenbinder zum Binden
Junges Rehfleisch von Blatt oder Schulter in Würfel schneiden und mit einer kleinen gewürfelten Zwiebel in Olivenöl anbraten. (Bei jungen, zarten Fleisch von Kitz oder Schmalreh muss das Fleisch nicht unbedingt eingebeizt werden.) Würzen Sie das Fleisch nun gut mit Salz und Pfeffer und löschen Sie es nach einiger Zeit gut mit Wein und Weinessig ab. Streuen Sie anschließend etwas Nelkenpulver darüber, geben 5-6 Wacholderbeeren und 1 Lorbeerblatt dazu. Auch die Preiselbeeren können Sie nun unterrühren. Sollte es nötig sein können Sie noch einmal mit etwas Wasser oder Wein aufgießen. Das Ragout schmort jetzt etwa 1,5 Stunden im geschlossenen Topf.
Nach dieser Zeit gießen Sie die Soße nochmals, je nach Geschmack mit Wasser, Wein oder Essig auf. Vergessen Sie nicht die Wacholderbeeren aus der Soße zu nehmen da diese einen sehr intensiven Eigengeschmack haben. Verfeinern die die Soße mit Sahne, würzen Sie je nach Geschmack und dicken Sie sie mit dem Soßenbinder oder Mehl ein.
Dazu passen am besten Spätzle oder Knödel und Blaukraut.
Guten Appetit