Fraueninsel
Fraueninsel
Die Fraueninsel im Chiemsee ist die zweitgrößte Insel des Chiemsees und heißt eigentlich Frauenchiemsee. Unter diesem Namen ist sie jedoch nicht weiter bekannt und sowohl Einheimische als auch Touristen nennen sie beinahe ausschließlich Fraueninsel. Sie bildet gemeinsam mit der Herreninsel die Gemeinde Chiemsee, welche die kleinste Gemeinde Bayerns darstellt. Die Fraueninsel hat eine Höhe von bis zu 8 Meter über dem Seespiegel und umfasst eine Fläche von etwa 12 Hektar. In 20 Minuten kann man diese Insel bequem zu Fuß umrunden und erkunden. Auf der Fraueninsel stehen inzwischen um die 50 Häuser, welche in etwa 250 bis 300 Einwohner beherbergen. Damit ist sie relativ dicht besiedelt, vor allem wenn man bedenkt, dass gleich ein ganzes Drittel der Insel von dem dort gebauten Kloster eingenommen wird.
Bewohnt ist die Fraueninsel wohl bereits seit der Steinzeit, bekannt geworden ist sie
jedoch zunächst wegen dem Kloster, welches auf ihr errichtet wurde. Dieses Kloster wurde im Jahre 782 von Herzog Tassilo III von Bayern gegründet und erhielt den Namen Frauenwörth. Nachdem es durch die Ungarneinfälle zerstört wurde, erlebte das Kloster zwischen dem 11ten und dem 15ten Jahrhundert einen großen Aufschwung, da auch die Religion in dieser Zeit eine neue Blüte erführ. In den Jahren 1728 und 1732 konnten die Klostergebäude neu erbaut werden, doch bereits 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisierung bis ins Jahr 1835 offiziell aufgehoben.
Der ursprüngliche Konvent konnte jedoch im geheimen fortbestehen und im Jahre 1836 errichtete König I von Bayern das Kloster neu für die Benediktinerinnen, machte jedoch für diesen Neuaufbau zur Bedingung, dass sich die Klosterschwestern um die Erziehung „gefallener Mädchen“ kümmern müssten. Dieser Forderung gingen die Schwestern auch bereitwillig nach und es entstand eine Schule, welche Zeitweise auch ein Erziehungsheim war, welche bis 1995 bestand hatte. Heutzutage leben im Kloster Frauenwörth um die 30 Schwestern.
Die zum Kloster gehörende Kirche wurde von Bischof Virgil von Salzburg im September 782 gegründet. Die erste namentlich bekannte Äbtissin lebte um 850 hieß Irmengard. Dies ist bis heute noch die Schutzpatronin des Chiemgaus und lockt bis heute zahlreiche Wallfahrtler auf die Insel.Doch ist die Fraueninsel nicht ausschließlich auf Grund des Klosters bekannt.
Seit 1928 ist die Fraueninsel zudem auch Sitzpunkt der Chiemseer Künstlerkolonie. Durch die einzigartige Lage, die Verträumtheit und die Romantik dieser Insel wurde die Fraueninsel schon bald bei Künstlern jeder Art bekannt und beliebt. Ob es nun war, weil man sich dort in aller Ruhe zurückziehen und seinen Gedanken nachhängen konnte oder weil die wundervolle Natur Inspiration für so manchen Künstler war, das musste jeder für sich entscheiden. So manche Persönlichkeit, wie zum Beispiel auch der Historienmaler Josef Holzmaier, haben, zumindest vorübergehend, auf der Fraueninsel gewohnt.
Obwohl die Fraueninsel mit ihren 12 Hektar nicht besonders groß ist, so verfügt sie dennoch über einige Sehenswürdigkeiten, welche einen Besuch hier so reizvoll machen. Einmal sehen sollte man hier den Inselfriedhof, auf welchem viele Künstler und Gelehrte so wie einige Mitglieder der Adelsfamilie von Eicherdorff begraben liegen. Auch die Torhalle des Klosters sollte man sehen. Diese stammt noch aus der Frühzeit des Klosters so wie das Vikarshaus aus der Barockzeit.
Heute erreicht man die Frauneinsel zu jeder Jahreszeit mit der öffentlichen Chiemseeschifffahrt. Am besten ist die Insel von Gstadt zu erreichen, denn von dort ist es nur ein kurzer Weg bis zur Insel. Von hier und von Prien aus fahren die Dampfer das ganze Jahr über auf die Inseln, von den anderen Abfahrtsstegen meistens nur in den Sommermonaten. Nur den Einheimischen auf der Fraueninsel ist es gestattet, ein eigenes Motorbot zu besitzen um sich jeder Zeit frei bewegen zu können. Autos gibt es auf der Fraueninsel nicht.